Das Berghotel Jägerhof liegt auf einer Höhe von 850m in der Nähe von Isny im Allgäu. Weit reicht der Blick vom Hotel in das herrliche West-Bodensee-Allgäu. Ein besonderes Erlebnis ist der direkt am Hotel gelegene große Wildpark in dem man Rotwild und Damwild vom Restaurant oder von der Terrasse aus beobachten kann. Wildtiere, die man in freier Wildbahn nur selten zu sehen bekommt.

Die lebensgroßen Bronzeskulpturen von Gabriele Haslinger bilden eine gelungene Symbiose mit dem anspruchsvollen Ambiente des Hotels. Nähres zum Hotel unter: www.berghotel-jaegerhof.de

Die Ausstellung präsentiert den Blick acht europäischer Maler und Bildhauer auf Natur. Ihre Modelle, wildlebende Tiere, finden die Künstler in den Savannen Afrikas, in der eisigen Arktis, im australischen Busch oder in der europäischen Landschaft. Mal bilden ihre Werke detailliert und fast lebensecht ihre Vorbilder ab, mal zeigen sie das hyperrealistische Bild einer perfekten Natur. Andere, abstraktere Formen der Darstellung, finden sich in dynamischen Skulpturen oder flüchtig anmutenden Aquarellen. Wieder andere Arbeiten nähern sich mal poetisch, mal fast surrealistisch ihrem Objekt. Einander gegenübergestellt, verdeutlichen die rund 80 Werke eindrucksvoll die verschiedenartigen Intentionen der Künstler und zeigen ihre große stilistische Bandbreite. Wildlife Art lädt zu einer künstlerischen Reise, die offenbart, wie lebendig dieses traditionsreiche Genrenoch heute ist!

Vorwort von Peter-René Becker

Ein Gespenst geht um in deutschen Kunstmuseen – das Gespenst der ‚Tiermalerei‘. Auch wenn von hoher Qualität, so haftet speziell in Deutschland der Kunst Tiere zu malen oder sie in einer Skulptur zu fassen immer noch das Vorurteil der heimattümelnden Hirschromantik bzw. der Trophäenmalerei an.

Die Ausstellung „Wildlife Art. Künstler sehen Natur.“ beweist, wie obsolet dieser Vorbehalt ist: Acht europäische Künstler von Rang stellen ihre aktuellen Werke vor und demonstrieren, in wie vielen verschiedenen Stilen und Herangehensweisen Tiere ein faszinierendes Motiv in der Kunst bis heute sind – und stets sein werden.

Die Idee zu dieser Ausstellung hatte Peter Achaz Reimers, ein intimer Kenner und aufmerksamer Beobachter der internationalen „Wildlife Art“-Szene. Während seines mehrjährigen beruflichen Aufenthalts in den USA hatte er zudem die hohe Wertschätzung dieser Kunstrichtung erfahren und einen engen Kontakt zu Adam Duncan Harris knüpfen können, dem Petersen Curator of Art and Research des National Museum of Wildlife Art in Jackson, Wyoming. Gemeinsam mit ihm erstellte er eine Liste europäischer Künstler, deren Werke auf internationaler Bühne ein hohes Ansehen genießen und die mit ihren Arbeiten Maßstäbe dieser Kunstrichtung setzen.

Peter Reimers Anstoß zur Ausstellung „Wildlife Art. Künstler sehen Natur.“ in einem Museum, das zwar keine Kunst-, aber eine naturkundliche Abteilung hat, konnte ich nach kurzer Bedenkzeit
gerne aufgreifen. Denn der Blick von Künstlern auf die Tierwelt stellt genauso ein Abbild von Natur dar wie das Übrige, das wir in der Naturkunde sammeln: Nasspräparate, Bälge, aufgestellte Tiere, Herbarien, Lackprofile, Fossilien und Mineralien geben uns einen Einblick in die Natur, sei es des Ortes, der Region oder der gesamten Biosphäre. Dem Faszinosum ‚Tier‘ kommen dabei verschiedene Bedeutungen zu; es steht für die Vielfalt des Lebens, für unsere Mitwelt, für die Bedrohung der Natur, für Ästhetik.

Ein letztes gemeinsames Erlebnis mit Peter Reimers war es, aus der Vielzahl möglicher Werke der acht Künstler diejenigen auszusuchen, die in den Ausstellungen in Oldenburg, Berchtesgaden und Mainz zu sehen sein werden. Dankenswerterweise unterstützt von Irmtraud Rippel-Manß konnten wir uns ziemlich rasch auf die rund 80 Werke verständigen, die einen validen Überblick über die zeitgenössische „Wildlife Art“-Szene erlauben, eine breite Auswahl Wildlife-Art-relevanter Tierarten zeigen und unterschiedliche Stile und Techniken auf höchstem Niveau repräsentieren.
Da in Anlehnung an den spanischen Filmregisseur Pedro Almodóvar das Museum zwar eine fabrizierte Wirklichkeit, aber mit gleicher Wertigkeit ist, soll die Auswahl der Kunstwerke auch Gesprächsanlässe innerhalb und außerhalb des Museums schaffen. Was liegt da näher als einen Trend nicht zu bedienen, eher antizyklisch aufzutreten und gewohnte Erwartungen zu brechen? Für viele Menschen sind nämlich inzwischen der Begriff und das Verständnis von „Natur“ synonym mit „Natur als Problem“, Natur wird von ihnen nur noch als geschundene, gequälte Umwelt wahrgenommen: Dadurch wird Natur gleichsam zum Dauerpatienten und gar nicht mehr als Mitwelt begriffen, als Inbegriff von Dynamik, Hand in Hand mit fragiler Schönheit und anhaltender Faszination.

Claus Rabba, Hauptautor dieses Katalogs, hat in wunderbarer Weise in seinen Künstler- Beiträgen herausgearbeitet, wie die hier gezeigten Maler und Bildhauer mit ihrem Blick, mit ihrer Technik, auf ihre Weise uns in ihren Werken eine andere, eine allgegenwärtige Natur erkennen lassen, die Respekt einfordert, subtil auf Konfrontation und Verletzlichkeit hinweist.

Insofern gibt die Ausstellung „Wildlife Art. Künstler sehen Natur.“ der Aussage des amerikanischen Schriftstellers Paul Auster Recht: „Der wahre Sinn der Kunst liegt nicht darin, schöne Dinge zu schaffen. Sie ist vielmehr eine Methode, um zu verstehen, ein Weg, die Welt zu durchdringen und den eigenen Platz zu finden.“
Daher bin ich sicher, dass die Menschen in und außerhalb des Museums über die ausgestellten Werke diskutieren werden, denn sie bringen ihre eigenen Bilder von ‚Natur‘ im Kopf mit und gleichen sie mit denen der „Wildlife Art“ ab – aus dieser Spannung werden sich fruchtbare Gespräche ergeben.